Hauptseite
 

-LSK/LV -

 
 
- 16. Gardejagdfliegerdivision GSSD ( 1989)-
 
 
 
         
  Wir behandeln hier den Nordraum der DDR zwischen Berlin und der Ostsee.

Nach bisheriger Lesart war mit Zuständigkeit für diesen Nordraum der DDR das 71. Jagdfliegerkorps bei Wittstock stationiert und zuständing.
Man sprach in Sachen Luftverteidigung auch vom "Feuersystem des 71. Jagdfliegerkorps"- in das sich die Luftverteidigung der DDR abstimmen musste.
Diesem 71. Jagdfliegerkorps war dazumal auch die 16. Gardejagdfliegerdivision Pütnitz/Damgarten unterstellt.
Dieser 16. Jagfliegerdivision unterstanden 3 Jagdfliegerregimenter in Pütnitz, Alt Daber und Eberswalde.
Damit ordnete sich ein Einsatzgebiet von der Ostsee bis Berlin ein.

  • 16. Garde-Jagdfliegerdivision Damgarten-Pütnitz mit:


  • 773. Jagdflieger-Regiment Damgarten-Pütnitz mit 34 MiG-29 , 3 MiG-23
  • 33. Jagdflieger-Regiment Alt Daber / Wittstock mit 33 MiG-29 , 3 MiG-23
  • 787. Jagdflieger-Regiment Eberswalde-Finow mit 31 MiG-29 , 3 MiG-23


  • Nun kam es insbesondere ab 1988 zu strukturellen Anpassungen der sowjetischen Streitkräfte in der DDR- die mit u.a. Auflösung der Korpsstruktur und damit Abschaffung des 71. Jagdfliegerkorps nebst Direktunterstellung der Jagdflieger- und Jagdbombenfliegerdivisionen dieses Korps zu 16. Luftarmee einher ging.

    Es stellte sich dann die Frage, welche neuer Variation an Stelle des "Feuersystem des 71. Jagdfliegerkorps" treten würde.
    Nach der Dokumentation " Plan der Maßnahmen zur Reorganisation der Luftverteidigung in Westrichtung" erschloss sich für uns für den Nordraum der DDR folgendes Bild:
    Reorganisation der Luftverteidigung in der DDR durch Einführung von Luftverteidigungszonen. Der Luftraum der DDR wurde in 7 Luftverteidigungszonen eingeteilt. 5 Zonen für die GSSD/Front und 2 Zonen für LSK/LV NVA.
    In diesen Luftverteidigungszonen sollten sämtliche Luftabwehrmittel, egal welcher Herkunft und welcher Art, dem jeweiligen Befehlshaber unterstellt werden.
    Bei der GSSD/Front erfolgte die Bestimmung der Luftverteidigungszone auf das Stationierungsgebiet der 5 Landarmeen, in der dann der jeweilige Befehlshaber der Landarmee das alleinige Kommando führte.
    Für den Raum nördlich Berlins in dem die 2. Gardepanzerarmee stationiert war kam es zur Einrichtung der Luftverteidigungszone in Verantwortung des Befehlshabers der 2. Gardepanzerarmee.
    Damit fiel der Luftraum der Besonderen Gruppierung "NORDEN" in das Verantwortungsgebiet des Befehlshabers der 2. GPA.
    Diese Gruppierung war bisher dargestellt worden durch das 71. Korps mit dem Gefechtsstand des 71. Korps als Führungsstelle dieser Gruppierung.
    Mit dem Wegfall bisheriger Strukturen waren neue Strukturen aufzubauen. Daher folgte Ende 1988 die Bildung des 1340. Führungspunkt der Luftverteidigung in Fürstenberg beim Befehlshaber der 2. Gardepanzerarmee.
    Diesem besonderen Führungspunkt wurde mit Auflösung des 71. Korps die Führung 16. Gardejagdfliegerdivision zugeordnet.
    In dieser Zeit 1988 bis Ende 1990 bildete die 16. Gardejagdfliegerdivision eine Besondere Gruppierung zur Luftverteidigung der UdSSR - de facto als Luftverteidigungsdivision.

    Die 16. Garde-Jagdfliegerdivision behielt zwar ihren Namen- wurde jedoch zu einer Luftverteidigungsdivision umformiert.
    Der Aufbau einer Luftverteidigungsdivision WGT für den DDR Nordraum war dabei ein überaus neuer Aspekt.
    Ihr Aufgabengebiet lag im Einsatzraum zwischen Ostsee und Berlin- an Stelle des 71. Jagdfliegerkorps.
    Der 16. Jagdfliegerdivision wurden ab 1988/89 unterstellt:
  • 773. Jagdfliegerregiment Pütnitz mit Sicherstellungseinheiten
  • 33. Jagdfliegerregiment Alt Daber/Wittstock mit Sicherstellungseinheiten
  • 787. Jagdfliegeregiment Eberswalde-Finow mit Sicherstellungseinheiten
  • die 40. Funktechnische Brigade Wittstock- Operativ
  • die 157. Fla-Raketen-Brigade Wittstock - Operativ-
  • Parchim/Matzlow....167.FRA ( S-125)
  • Saal FRA-S-125
  • Pütnitz FRA S-125


  • Der Neubau des Gefechtsstandes Gadow ( EX GS 71. Korps) wurde als neue Vereinigter Gefechtsstand der 16. Gardejagdfliegerdivision als Luftverteidigungsdivision der WGT für den DDR Nordraum zugeordnet.
    Damit wären frühere Angaben auf anderes Webpages über Zuordnung Gadow als Divisionsgefechtsstand richtig- jedoch erst ab Strukturreform 1989.

    Die Fla-Raketem-Abteilungen S-125 an den Flugplätzen waren gem. dem Plan aus der 157.FRBr auszugliedern und der 16. Luftarmee direkt zu unterstellen-- offensichtlich in Vorbereitung des späteren Abzuges.
    Eine Ausnahme bildeten die obigen 3 FRA S-125. Deren Ablösung sollte schrittweise mit Einführung moderner Fla-Raketenkomplexe S-300 erfolgen.

    Für die Einsatzräume der Jagdfliegerregimenter wurde folgende Region skizziert:
    Jagdfliegerregiment Pütnitz- Ostseeraum im Feuerbereich 43. FRBr und JG-9 NVA.
    Jagdfliegerregiment Alt Daber - Norddeutsche Tiefebene- vor dem JG-2 NVA
    Jagdfliegerregiment Eberswalde - Berliner Raum bis Westgrenze vor JG-8 NVA / neben JG-1 NVA..

    Einsatzräume der Fla-Raketen dieser neuen Luftverteidigungsdivision waren skizziert als:
    3x S-125 zur ersten Deckung des Streifens Schwerin bis Damgarten mit den punktuellen Armeekonzentrationen 94. Garde-Motschützen-Division WGT Schwerin und Flugplatzgebiet Pütnitz.
    Die gedeckt bei Wittstock stationierte FRA mit S-300 hatte aus der Mobilität zu handelt und insbesondere Flugplatz und Gefechtsstandsanordnung um Wittstock zu decken, nebst Sat-Kommunikationszentrum.
    Jedoch ließen die mobilen Einsatzspezifika der S-300 auch andere Handlungsräume zu.
    Im wesentlichen sollte sich der Fla-Raketen-Anteil auf künftige 3 FRA mit S-300 der 157. FRBr stützen.

    Gemäß den Plan der Maßnahmen war das Feuersystem der 16. Gardejagdfliegerdivision nicht direkt in die Luftverteidigungszone der 2. Gardepanzerarmee integriert. Die Division handelte relatib Eigenständig.

    Diese herausgehobene Sonderstellung der 16. Gardejagdfliegerdivision sehen wir in einer ggf. auch in dieser Strukturreform beibehaltenen Sonderfunktion hinsichtlich veränderter Unterstellungsverhältnisse in Verteidigungszustand-- in dem dann Zuordnungen zum OK des Westlichen Kriegsschauplatzes in Kraft treten sollten.

    Denn der Direktive 1/85 ( Führung der NVA und GT im Krieg) mit der Weiternutzung vom 19.03.1990 zeigt die Gestellung einer operativen Gruppe der 3. LVD zum WGT Gefechtsstand Wittstock auf und der Plan der Nachrichtenverbindungen im VZ zeigen gesondere Nachrichtenverbindungen vom GS-33 Cölpin zum GS Wittstock WGT.
    Nach derzeitigem Kenntnisstand wäre der GS-33 operativ im VZ vom Gefechtsstand Wittstock ( Gadow) geführt worden.

    Mit der Deutschen Einheit folgte dann Ende 1990 eine Aufhebung dieses Luftverteidigungssystems. Die 16. Gardejagdfliegerdivision konnte wieder der 16. Luftarmee direkt unterstellt werden.