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  Historie:
Die 16. Luftarmee wurde geboren im Sommer 1942 in der Hölle von Stalingrad und galt bis 1945 als Stütze in der Erringung der Lufthoheit gegenüber den Truppen der Wehrmacht.
Am 08. August 1942 aus Teilen der 8. Luftarmee augestellt und nachfolgend durch weitere Verbände verstärkt, erfolgte der erste Einsatz im Raum Stalingrad ab 04. September 1942 in Zuordnung zu verschiedenen Fronten 1942/43.
Dem folgten die Teilnahme an großen Schlchten wie am Kursker Bogen (1943) oder der Operation "Seelower Höhen" zur Forcierung der Oder bis hin zur Teilnahme an der Berliner Operation (1945).
Im Frühjahr 1945 verfügte die 16. Luftarmee über 28 Divisionen mit über 3000 Flugzeugen.

Die Einsätze der sowjetischen Fliegerkräfte zur Eroberung Berlin wurden durch den sowjetischen Generalstab zentral geführt und mit einem erfahrenen Fliegergeneral in der Führungsspitze besetzt.
Zu Beginn der Berliner Operation errichtete die sowjetische Führung 2 Leitzentren für den Einsatz der Fliegerkräfte über Berlin.
Ein Leitzentrum wurde östlich Berlins in Woltersdorf eingerichtet unter Leitung des Stellv. Befehlshaber der 16. Luftarmee General Senatorow.
Das zweite Leitzentrum würde nördlich Berlins eingerichtet unter Befehl des Kommandeur 6. Schlachtfliegerkorps, General Tokarew.

Die 16. Luftarmee richtete diese Leitstelle auf Basis der Befehlsstelle des 1. Jagdfliegerkorps in Woltersdorf bei Berlin ein.

Nach der Kapitulation Deutschlands ordnete die sowjetische Besatzungsmacht ihre Truppen. Die 16. Luftarmee sollte für die Flieger bei den Besatzungstruppen verbleiben.
Der Befehlsstelle in Woltersdorf folgte auch der Stab der 16. Luftarmee nach Woltersdorf. Dort verblieben Führungsstelle und Stab bis 1949.

Im Juli/August 1949 richteten die sowjetischen Besatzungstruppen ( GSBT) in Potsdam- nein eigentlich im Objekt Wildpark - ihren Stab und im dortigen Bunker "Großer Kurfürst" ihren Gefechtsstand ein.
Da sich im Objekt Wildpark im WK2 der Generalstab der Luftwaffe befand nebst Führungsstelle der Luftwaffe, eignete sich diese Liegenschaft hinsichtlich fernmeldetechnischer Infrastruktur auch zur Stationierung eines Fliegerverbandes der Sowjetarmee.
Daher verlegte der Stab der 16. Luftarmee im Juli 1949 von Woltersdorf nach Werder-- ach nein: ins Objekt Wildpark -- und bezog dort das Gebäude des "Generalstab Luftwaffe".
Dem folgte im August 1949 der Gefechtsstand der 16. Luftarmee von Woltersdorf nach Wildpark-- dort ebenfalls in den Hauptgefechtsstand der GSBT-- dem Bunker " Großer Kurfürst"..

Objektlageplan Wildpark 1945

Die 16. Luftarmee ordnete in Ostdeutschland ihre Truppen und stationierte Fliegerkräfte auf ehemalige deutsche Flugplätze ( trotz Zerstörungen) wie Strausberg, Finow, Werneuchen, Wittstock...

Im Zeitraum August 1949 bis April 1968 galt die 24. Luftarmee als der Kommandoverband für die Luftstreitkräfteder GSSD. Aus 16. Luftarmee wurde 24. Luftarmee

Mit Aufbau der Verwaltung der Aeroklubs in der DDR- war dort der vorgesetzte Gefechtsstand zur Koordinierung der Flüge im Luftraum der DDR.
Zur Kommunikation gab es damals dann auch Fernmeldeverbindungen zwischen Cottbus VAEK und dem Gefechtsstand der 24. Luftarmee.
Mit Aufstellung und Bildung der Nationalen Volksarmee war von der sowjetischen Führung die Abgabe des Objektes Wildpark an die DDR vorgesehen.
Als neue Liegenschaft für die Belange der sowjetischen Truppenführung wurde Wünsdorf vorgesehen und hergerichtet. Damit konnten die sowjet. Truppen dann Wildpark räumen und 1956 der DDR übergeben.
Ab 1956 nannte die NVA dieses Objekt offiziel " Geltow" und stationierte dort Truppen der Landstreitkräfte. Der Bunker "Großer Kurfürst" wurde die erste Hauptführungsstelle der NVA.

Bis zum 11./12.10.1953 war der Gefechtsstand der 24. Luftarmee in Wildpark "vorgesetzte" Dienststelle der Luftstreitkräfte der DDR. Jeder Flug musste dorthin gemeldet und von dort bestätigt werden.
In diesem Zeitraum Mitte Oktober 1953 erfolgte die Verlegung von Stab und Gefechtsstand der 24. Luftarmee nach Wünsdorf in die Militärstadt Nr. 3.
Am 13.10.1953 nahm der Gefechtsstand der 24. Luftarmee von Wünsdorf in einem oberirdischen Gebäude - getrennt nach Luftstreitkräfte ( BBC) und Luftverteidigung (PWO)- die Arbeit wieder auf.
Dieses Datum läßt sich eindeutig festlegen durch entsprechende Handlungen in der Verwaltung Aeroklubs in Cottbus- bis wann sie mit Werder kommunizierten und ab wann Wünsdorf die Flugkoordination übernahm.

Struktur 16./24. Luftarmee in den 1960ger Jahren:
  • 61. Fliegerkorps in Wittenberg mit 3 Fliegerdivisionen
  • 71. Fliegerkorps in Wittstock mit 2 Fliegerdivisionen
  • 132. Bombenfliegerdivision in Werneuchen
  • 11. Aufklärungsfliegergeschwader in Welzow
  • 294. Aufklärungsfliegergeschwader in Altenburg
  • 931. Aufklärungsfliegergeschwader in Stendal
  • 194. Transportfliegergeschwader in Oranienburg
  • 226. Fliegergeschwader in Sperenberg
  • 239. Garde-Hubschraubergeschwader in Fürstenwalde
  • 6. Verbindungsfliegerstaffel in Dresden
  • 9. Verbindungsfliegerstaffel Neuruppin
  • 41. Verbindungasfliegerstaffel Finow
  • 292.Verbindungsfliegerstaffel Allstedt
  • 298. Verbindungsfliegerstaffel Nohra
  • und eine Verbindungsfliegerstaffel in Jüterbog für die Armee in Fort-Zinna.

    Im April 1968 erfolgte dann eine Rückbenennung auf die traditionsreiche 16. Luftarmee.
    Die 24./16. Luftarmee war stets der größte operative Verband innerhalb der Luftstreitkräfte der UdSSR.
    Immer personell und materiell voll ausgestattet und technisch auf dem neuesten Stand.
    Oft fand für neue Wehrtechnik eine getarnte praktische Erprobung in der 24/16. Luftarmme statt. Bevor es zur Truppeneinführung in der Sowjetarmee überhaupt kam. Diese "Erprobungen" wichen von der "normalen" Linie der Tests und Truppenerprobungen ab.

    Struktur 16. Luftarmee in den 1970ger Jahren:
  • 61. Jagdfliegerkorps in Wittenberg mit 3 Fliegerdivisionen
  • 71. Jagdfliegerkorps in Wittstock mit 2 Fliegerdivisionen
  • 11. Aufklärungsfliegergeschwader in Welzow
  • 294. Aufklärungsfliegergeschwader in Altenburg
  • 931. Aufklärungsfliegergeschwader in Stendal
  • 65. Schleppfliegerstaffel in Damgarten/Pütnitz
  • 74. Schleppfliegerstaffel in Parchim
  • 226. Fliegergeschwader in Sperenberg
  • 239. Garde-Hubschraubergeschwader in Brandis
  • 6. Verbindungsfliegerstaffel in Dresden
  • 9. Verbindungsfliegerstaffel Neuruppin
  • 41. Verbindungasfliegerstaffel Finow
  • 292.Verbindungsfliegerstaffel Allstedt
  • 298. Verbindungsfliegerstaffel Nohra
  • 83. Nachrichtenregiment in Rangsdorf

    1977-- ein Test einer Neuorganisation der sowjetischen Truppen der Fliegerkräfte und der Luftverteidigung erfolgte in den Baltischen Unionsrepubliken und im Leningrader Gebiet.
    1977 -- Änderung in GSSD der 5 Verbindungsfliegerstaffeln auf Hubschrauberstaffeln und Umunterstellung jeder Staffel zur jeweiligen Landarmee.
  • 1980 --- Im Ergebnis dieses Tests ----Neue Strukturen für die 16. Luftarmee und die sowjetische Luftverteidigung auf dem Gebiet der DDR.
    Eine schärfere Trennung zwischen Truppen der Luftstreitkräfte und Truppen der Luftverteidigung wird umgesetzt. Bisher bei der Luftverteidigung angesiedelte Jagdflieger werden nur noch den Luftstreitkräften unterstellt.
    Luftverteidigung besteht nur noch aus Fla-Raketen-Truppen und Funktechnische Truppen.
    Die 16. Luftarmee wird umbenannt in Luftstreitkräfte der GSSD -- der Befehlshaber der 16. Luftarmee wird Befehlshaber der Luftstreitkräfte der GSSD.

    Strukturen werden verändert:
  • Das 61. Gardejagdfliegerkorps in Wittenberg wurde definitiv 1980 aufgelöst und stellt künftig das 669. Frontfliegerkorps (MOB).
  • Das 71. Gardejagdfliegerkorps in Wittstock erhielt die Fliegerdivisionen des 61. Korps zusätzlich unterstellt. Damit verfügt das 71. Korps über 5 Fliegerdivisionen
  • 11. Aufklärungsfliegergeschwader in Welzow
  • 294. Aufklärungsfliegergeschwader in Allstedt
  • 931. Aufklärungsfliegergeschwader in Werneuchen
  • 65. Schleppfliegerstaffel in Damgarten/Pütnitz
  • 74. Schleppfliegerstaffel in Parchim
  • 226. Fliegergeschwader in Sperenberg
  • 39. Fliegerstaffel Sperenberg
  • 239. Garde-Hubschraubergeschwader in Brandis
  • 292. Hubschrauberstaffel FEK Allstedt
  • 83. Nachrichtenregiment in Rangsdorf

    Mit Auslösung höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft, auf Weisung oder im Krieg bildete des Befehlshaber der LSK das 669. Frontfliegerkorps. Bestehend aus den 2 Jagdbombenfliegerdivisionen der GSSD und den Frontfliegerkräften der NVA.

    Ebenso ein künstliches Gebilde wie das FO FMTFK bei den LSK der NVA.
    Diese neue Organisationsform der sowjet. Streitkräfte hatte auch personelle Konsequenzen. Völkischen Minderheiten wurde das Vertrauen entzogen. Minderheiten in der UdSSR wurden von Führungspositionen in der Armee ausgeschlossen.

    1988- Reorganisation der Truppen der Luftverteidigung in Westrichtung:
    Im April 1988 ging dann alles wieder in eine Re-Organisation.
    Die Organisationsstruktur "Luftstreitkräfte der GSSD" wurde wieder aufgehoben und durch " 16.Luftarmee" ersetzt.
    Auch die bisher beibehaltene Korpsstruktur wurde aufgelöst und das 71. Gardejagdfliegerkorps Wittstock kam im April 1988 zur Auflösung.
    Zwei Jagdfliegerdivisionen und zwei Jagdbombenfliegerdivisionen gingen in direkte Unterstellung zum Befehlshaber der 16. Luftarmee und wurden durch dessen Gefechtsstand in Wünsdorf für den Einsatz direkt geführt.
    Außer die 16. Gardejagdfliegerdivision Damgarten/Pütnitz. Diese Division kam erst 1990 wieder zur 16. Luftarmee und erfüllte von 1988 bis 1990 Sonderaufgaben der Luftverteidigung.
    Neue Militärdoktrin von 1987 sowie ein erfolgloses Experiment ab 1980 bildeten die Grundlagen zur Rücknahme einer vom Marschall Orgarkow erdachten Struktur.

    Ab 1989 erfolgten weitere Strukturveränderungen der sowjetischen GSSD in russische WGT (Westgruppe der Truppen).

    Strukturen der 16. Luftarmee 1990::
  • 6. Gardejagdfliegerdivision in Merseburg.
  • 126. Jagdfliegerdivision in Zerbst
  • 125. Jagdbombenfliegerdivision in Lärz/Rechlin
  • 105. Gardejagdbombenfliegerdivision in Großenhain
  • 357. Schlachtfliegergeschwader in Tutow
  • 368. Schlachtfliegergeschwader in Brandis
  • 11. Aufklärungsfliegergeschwader in Welzow
  • 294. Aufklärungsfliegergeschwader in Allstedt
  • 931. Aufklärungsfliegergeschwader in Werneuchen
  • 65. Schleppfliegerstaffel in Damgarten/Pütnitz
  • 226. Fliegergeschwader in Sperenberg
  • 39. Fliegerstaffel Sperenberg
  • 292. Hubschrauberstaffel FEK Allstedt
  • 83. Nachrichtenregiment in Rangsdorf

  • 1139. Kommandopunkt der LSK in Wünsdorf
  • 1014. Kommandopunkt der Luftabwehr in Wünsdorf
  • 597. Rechenzentrale ALMAS in Wünsdorf
  • 503. AIZ in Wünsdorf

    1990 zum 3.Oktober die Deutsche Einheit.
    Russische Streitkräfte waren in Ostdeutschland nicht mehr Herr im Hause und mussten sich den Bedingungen der Bundeswehr unterordnen.
    Von 1991 bis 1994 erfolgte der Abzug sämtlicher russischer Truppen von deutschem Boden.
    Auch die 16. Luftarmee zog ab.
    Aber eine Traditionsmarke der sowjetischen Streitkräfte konnte nicht spurlos verschwinden. Am 01.11.1993 erfolgte die Neuaufstellung der 16.Luftarmee bei Kubinka im Militätbezirk Moskau und der Zuständigkeit für die Sicherung der Hauptstadt Moskau.
    Einige der bereits in der DDR unterstellten Verbände kamen auch dann wieder unter ihrem Befehl.

    Die 16. Luftarmee der GSSD/WGT bildete also die Struktur der fliegenden Verbände der 1. Westfront sowie des Oberkommandos der Truppen in Westrichtung.
    Daher wurde die 16. Luftarmee auch als Luftstreitkräfte GSSD/Front bezeichnet.
    Der Befehlshaber 16. Luftarmee war der Befehlshaber der Luftstreitkräfte der 1. Front im Krieg/Verteidigungszustand.

    Aufgabe des Stabes der 16. Luftarmee war
    - die administrative Führung der fliegenden Verbände in Friedensstruktur.
    - Sicherstellung der Fliegerischen Ausbildung, der rückwärtigen Sicherstellung der Truppen mit Material, Gerät, Personal, Versorgung des Personals sowie der Fliegertechnischen Sicherstellung vom Fliegertechnischen Lager bis zur fliegertechnischen Einheit auf dem Flugplatz.

    Stab und Gefechtsstand der 16. Luftarmee befanden sich in Wünsdorf.

    Zur Koordinierung der Flugbewegungen im Luftraum der DDR wurde am Ort des Stabes der 16. Luftarmee gemeinsam mit dem Kdo LSK/LV die Vereinigte Hautflugüberwachungszentrale ( VHZ) als Arbeitsorgan des Kdo LSK/LV und der Luftstreitkräfte der GSSD gebildet- um als gemeinsame Flugkoordinierungsstelle für den Luftraum der DDR zu wirken.
    Dieses Arbeitsorgan setzte sich aus der GSSD und der NVA- Sektionen zusammen.
    Die NVA- Bezeichnung: VHZ-14. ( Wurde per 03.10.1990 zur Luko Wünsdorf der deutschen Luftwaffe)
    Die GSSD- Bezeichnung: 568. Vereintes Hauptluftraumüberwachungszentrum.

    Die 16. Luftarmee galt als Elitearmee der sowjetischen Streitkräfte. Aus diesem Status erhielt sie - bevorzugt vor den Luftstreitkräfen im Mutterland - in der Regel als Erster neue Ausrüstung, neues Material, neue Technik, neues kampferprobtes Personal.
    Insbesondere neuentwickelte Waffensysteme und Technik erhielten in der DDR ihren Truppentest unter größter Geheimhaltung.

    Im Kriegsfall wäre die 1. Westfront in 2 Teilfronten aufgespalten. Der Nordgruppe und der Südgruppe.
    Dementsprechend kamen bereits im Frieden ein 61. Gardejagdfliegerkorps und ein 71. Gardejagdfliegerkorps zur Aufstellung.
    Mit den ihnen unterstellten Fliegerverbänden bilden sie die Luftstreitkräfte der Südgruppe ( 61. Korps) und Luftstreitkräfte der Nordgruppe ( 71. Korps).

    Die Funktechnischen Brigaden der GSSD ( 40. und 45. FuTBr.) waren bis April 1988 kein Strukturelement der 16. Luftarmee, da zugehörig zur Luftverteidigung.
    Die Fla-Raketen-Brigaden der GSSD ( 157. und 163. FRBr.) waren bis April 1988 keine Struktur der 16. Luftarmee, da zugehörig zur Luftverteidigung.

    Der 1138. Führungspunkt der LSK in Wünsdorf ( = Gefechtsstand der 16. Luftarmee) war kein Gefechtsstand zur Führung der Fla-Raketen-Truppen oder Truppenluftabwehr. Wie der Name schon sagt, erfolgte von dort einzig und allein Einsatz und Führung der Luftstreitkräfte.

    Fragen zu diesem Thema ? Können wir gerne unter ..... erörtern.

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      Schlachtfliegerverbände:
    Zur 16. Luftarmee gingen in der 1. Hälfte der 1980ger Jahre 2 Schlachtfliegergeschwader in truppendienstlicher Unterstellung.
    Zwei Geschwader, die vor dieser Umgliederung erst mit entsprechenden höheren Stufen der Gefechtsbereitschaft in die DDR verlegt worden wären.
    Stationierungsbasen der Schlachtfliegergeschwader : Tutow und Brandis.
    Je ein Schlachtfliegergeschwader zur Unterstützung der Nord-und der Südgruppierung. Aufgabe der Schlachtfliegergeschwader: Luftangriffsunterstützung für stark angriffsorientierte Panzerverbände in Form Operativer Manövergruppen (OMG). Das waren Stoßverbände mit einer Aufgabe: Duchbrechen der feindlichen Stellungen und Operationen im feindlichen Hinterland zur Vernichtung von bestimmten Truppenkonzentrationen, Basen, Nachschubwegen....
    Eine weitere Besondere Gruppierung:
    war die Luftverteidigungsgruppierung " Der Norden" in Wittstock .
    Basis und Gefechtsstand dieser Gruppierung bildete das 71. Korps.

    Die Zeit mit UK-20:
    Nach 1984 ging der UK-20 genannte Gefechtsstand der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung der GSSD in Wünsdorf in Betrieb.
    Mit Einführung dieses 227. Operativen Führungszentrums der sowjet. Streitkräfte erfolgte auch ein hoher Automatisierungsgrad der Führung von Truppen der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung.
    Dieses Operative Führungszentrum gliederte sich im wesentlichen in die Bereiche:
  • - 503. Zentrum für Information und Führung = AIZ
  • - 597. Rechenzentrum = ALMAS
  • - 1014. Führungspunkt der Luftverteidigung- ab Ende 1988 der 1014. Führungspunkt der Luftabwehr
  • - 1138. Führungspunkt der Luftstreitkräfte = Gefechtsführungszentrum der LSK

    Der 1014. Führungspunkt führte die Fla-Raketentruppen und die Truppenluftabwehr sowie Funktechnischen Truppen.
    Der 1138. Führungspunkt führte in 2 getrennten Sektionen a) die Jagdfliegerkräfte über ein separates AFLS-
    sowie b) die Jagdbomberkräfte der Frontflieger über ein separates AFLS.

    In einem weiteren Bereich im UK-20 Teil, in dem die beiden Führungspunkte der LSK untergebracht waren, gab es dann auch einen Gefechtsstand des Befehlshabers der 16. Luftarmee.

    In der alten Struktur vor UK-20 war GS 16. Luftarmee Wünsdorf obeirdisch und Wechselgefechtsstand Frankenfelde.
    Diese Struktur fiel mit dem UK-20 dann weg.
    Der UK-20 bildete den Vereinigten Gefechtsstand der Luftstreitkräfte und der Luftverteidigug/Truppenluftanwehr -automatisiert.
    Auf die 16. Luftarmee ab 1988 bezogen:
  • Vereinigter Gefechtsstand: Wünsdorf
  • Vereinigter Wechselgefechtsstand: Oranienbaum- Dieser WGS sollte auch automatisiert arbeiten. Erfordete große Umbauarbeiten.
  • Rückwärtigen Führungsstelle (RFS) der 16. Luftarmee / Luftstreitkräfte der Front : Frankenfelde ( dort kein Wechselgefechtsstand und auch keine Ausweichführungsstelle).
    .

    Die Zeit ab 1988:
    Vor dem Hintergrund der neuen Militärdokrin und der Reorganisation der Truppen der Luftverteidigung in Westrichtung erfolgte eine hohe automatisierten Führung ( AFS) auch der Jagdbomberflotte. Diese wurde verstärkt in der 2. Häfte der 80ger mit Waffensystem MiG-27 ausgerüstet.
    Damit konnte für Jagdflugzeuge und Jagdbomber ein und dasselbe AFS genutzt werden.
    Diese MiG-27 ließen sich als Jagdflugzeug und Jagdbomber gleichermaßen einzusetzen waren.
    Ein Zusammenhang mit der Abrüstungsinitiative des Jahres 1988 von Gorbatschow war nicht gegeben.
    Vielmehr ging es mit dem Abzug offensiver Frontfliegerkräfte und der Neueinführung modernerer und "defensiverer" Frontfliegerkräfte zu einer Modernisierung der Truppe.
    In diesem Zusammenhang war es auch vorgesehen, dass Frontfliegerkorps wieder aufzulösen und eine zentrale Führung der Jagdbomberkräfte vom Gefechtsführungszentrum der LSK im automatisierten Fliegerleitverfahren zu vervollkommnen.

    Neue automatisierte Führungssysteme ( die es in der NVA noch nicht gab) kamen dort zur Anwendung.
    Dieses wurde unterstützt durch Umrüstung mehrerer Fla-Raketen-Brigaden der TLA auf das System S-300.

    Im selben Zusammenhang erfolgte eine Auflösung der strukturellen sowjet. Luftverteidigung auf dem Territorium der DDR.
    Aus diesem Grunde erfolgte auch die Umbenennung des UK-20 in VGS ( Vereinigter Gefechtsstand) der Luftstreitkräfte und der Truppenluftabwehr.
    In praktischer Sicht erfolgten 1988/89 die Herauslösung der an den Flugplätzen der stationierten Fla-Raketen-Abteilungen ( FRA) aus den beiden Fla-Raketen-Brigaden der Luftverteidigung und die Direktunterstellung der Fla-Raketen-Abteilungen zum Oberbefehlshaber der 16. Luftarmee in truppendienstlicher Sicht und zum OK GSSD/ Chef TLA in operativer Sicht.
    Dieser Vorgang wurde uns zwischenzeitlich von mehreren Stellen verbürgt.
    Die Fla-Raketen-Brigaden an sich ( Stab und Gefechtsstand) wurden nicht aufgelöst, sondern erhielten andere Verwendungen.
    Lediglich der 157. FRBr blieben mehrere Fla-Raketen-Komplexe S-200 und S-125 im Ostseeraum unterstellt und stellten im Feuersystem der 16. Gardejagdfliegerdivision Kräfte der Luftverteidigung dar, die durch den 1340. Führungspunkt der Luftverteidigung in Fürstenberg operativ geführt wurden.
    Dazu dann mehr bei den Websites zu der 157. FRBr und der 163. FRBr .

    Wir bitten daher nochmals um Beachtung:
    Unter Einbeziehung der hier vorgenannten Strukturänderungen war ein Abzug der 157. FRBr im Jahre 1989 nicht gegeben.
    Wir werden das separat an Hand der neuen Struktur noch im Detail beschreiben.
    Die Brigade blieb bestehen mit seinen hier vorgannten S-200 und S-125 FRA-- lediglich die zuvor in 1988 ausgegliederten FRA kamen zum Abzug.
    Die Sache mit der Abrüstungsinitiative war auch hier nicht der ausschlaggebende Punkt-- sondern die Strukturreform der Streitkräfte-- die Gorbatschow für sich positiv in eine Abrüstungsankündigung umzusetzen verstand.


    Reorganisation LSK der 16. Luftarmee mit dieser Strukturreform:
    Auch die Korpsstruktur der Luftstreitkräfte wurde nach 1988 wieder abgeschafft und die Fliegerdivisionen ( Jagdfliegerdivisionen und Jagdbombenfliegerdivisionen) waren wieder dem Befehlshaber der 16. Luftarmee direkt unterstellt.
    Die Korpsstäbe des 71. Jagdfliegerkorps und das Frontfliegerkorps wurden ersatzlos aufgelöst. Sie waren eine Struktur der Offensive.
    Hintergrund war auch hier die Schaffung neuer milit. Strukturen in Umsetzung der ab Mitte de 80ger Jahre geltenden neuen Militärdoktrin der UdSSR und der damit verbundenen neuen Verteidigungsstrategie für die Truppen des Westlichen Kriegsschauplatzes.

    Durch diese Reorganisation wurden der 16. Luftarmee ab 1988/89 neu unterstellt:
  • 175. und 163. Fla-Raketen-Brigade mit neuen Aufgaben.
  • die S-125 Fla-Raketen-Abteilungen S-125 an den GSSD/WGT Flugplätzen.
  • 40. und 45. Funktechnische Brigade.

    Damit hatte dann die 16. Luftarmee 1990 folgende Hauptunterstellungen:
  • 6. Garde-Jagdfliegerdivision Merseburg
  • 126. Jagdfliegerdivision Zerbst
  • 125. Jagdbomberdivision Rechlin
  • 105. Jagdbomberdivision Großenhain
  • Fla-Raketen-Abteilungen an den Flugplätzen
  • 45. FuTBr Merseburg
  • VGS LSK/ TLA Wünsdorf

    Innenhalb des Stabes 16. Luftarmee wurden wieder Bereiche wie Chef Jagdfliegerkräfte, Chef Frontfliegerkräfte und Chef Fla-Raketen-Truppen geschaffen.
    Insbesondere wurde die Schaffung des neuen Bereiches Chef Fla-Raketen-Truppen notwendig, da die an ihren Flugplätzen stationierten Fla-Raketen-Abteilungen der 16. LA direkt unterstellt wurden.

    Auch innerhalb der Struktur von Führungsstellen griff eine neue Struktur:
    Neu geschaffen wurden:
    Der Vereinigte Gefechtsstand der Luftstreitkräfte und Truppenluftabwehr der 1. Front.
    Eine verbesserte Rückwärtige Führungsstelle RFS der LSK der 1. Front.

    Eine zentrale Einsatzführung und Flugleitung für die Front-und Jagdfliegerkräfte erfolgte zentral über den 1138. Führungspunkt der LSK ( der Front-u. Jagdfliegerkräfte)- ( früher Gefechtsstand 16. Luftarmee).
    Die Befehlshaber der Luftverteidigungszonen erhielten eigene Führungspunkte der Luftabwehr- die dem UK-20 Wünsdorf operativ zusammenarbeiteten.
    Befohlene Einsätze der Luftverteidigungsmittel konnten auch von dort geführt werden, da diese Führungspunkte ebenfalls automatisiert arbeiteten konnten.
    Als Einziger Führungspunkt der Luftverteidigung nahm noch 1989 der 1340. KP der LV beim Befehlshabers der 2. Gardepanzerarmee im Objekt Neuthymen /Fürstenberg seine Arbeit auf.

    Für die fliegerische und flugtaktische Ausbildung dienten:
    das 37. Polygon bei Mayenburg ( Kyritz Ruppiner Heide)
    und das 82. Polygon Damgarten-Pütnitz

    Als Nachtrag:
    Anfang der 60ger Jahre wurden auch zwei Flugkörperregimenter mit unbemannten Flugkörpern als Weiterwentwicklung der deutschen V-1 in die DDR verlegt und bei Ludwigslust und Quedlinburg-Quarmbeck (FRR-1) sowie Arnstadt und Karl-Marx-Stadt (FRR-2) stationiert.
    Ende der 60ger Jahre erfolgte jedoch bereits wieder die Rückverlegung in die UdSSR.

    Jedoch begann die UdSSR ab 1973 mit der Einführung unbemannnter taktischer Kurzstrecken-Aufklärungsdrohnen in die Armeen der GSSD.
    Diese Aufklärungsdrohnen wurden zwar im Bereich der fünf GSSD/WGT Landarmeen eingesetzt- unterstanden jedoch dem 961. Aufklärungsfliegerregiment in Werneuchen ab 1989 und der 16. Luftarmee sowieso.
    Beitrag zu Aufklärungsdrohnen

  •    
      Im Zuge der veränderten Lage ab 03.10.90 und des Truppenabzuges änderten sich auch die Unterstellungen und Zusammensetzungen. Durch Abzugshandlungen der 6. Jagdfliegerdivision Merseburg und Umunterstellungen wurde befristet aus der Jagdfliegerdivision Zerbst- ein Jagdfliegerkorps in Zerbst.
    .

    Bei Unklarheiten oder Fragen, bitte im LSK/LV-Forum melden.

    61. Jagdfliegerkorps

    71. Jagdfliegerkorps

    Die 16. Garde-Jagdfliegerdivision 1988 bis 1990

    Struktur 16. LA (Stand: 05.08.1991)

    Weitere Fliegerkräfte der Landstreitkräfte WGT (Stand: 05.08.1991)

    Flugplätze der WGT (Stand: 1990 )

    Abzug WGT gesamt

    Abzug WGT auf Jahre 1991 bis 1994